ASTROMANT

Astrologie und Tarot


 

Mein lieber astrologischer Mentor Alexander von Pronay hat ein Buch über dem Mithras-Kult geschrieben. Der Mithras-Kult wurde vor der Zeit des Christentums gelebt.

 

Das vergriffene  Buch heißt:

 

Mithras und die geheimen Kulte der Römer

Aurum Edition 2000 Freiburg im Breisgau 1989 ISBN 3-591 -08286-4

 

<ZITAT> Aus dem Kapitel : Vergleich der Religionen

 

Ein synkretistischer (d.i. vermischender) Zug des Christentums ist die unverkennbar auffallende Ähnlichkeit vom Gedanken eines sterbenden und wiederauferstehenden Gottes, wie es ihn auch in den Mysterienkulten gibt, allerdings nicht in der Mithrasreligion, wo ja nicht Mithras stirbt, sondern der Stier, wenn auch dieser die Kraft hat, Pflanzen und Tiere durch sein Blut zu schaffen.

Die Parallelen sind zahlreich. Das heilige Mahl der Mithrasten findet seine Entsprechung im christlichen Abendmahl, das nicht nur eine leibliche Stärkung ist, denn wer Brot und Wein zu sich nimmt, eignet sich Christi Lebenskraft an. Es ist daher ebensowenig gleichgültig, was man genießt und wie man es tut. Solche Gedanken führen in mystische Bereiche. Das frühe Christentum gewann nicht zuletzt seinen Einfluß auf die Massen, weil es mit seinen Riten und Weihen durchaus ähnliche Vorgänge wie die Mysterienreligionen anbot. Ja, das Christentum wurde zum größten Mysterium schlechthin. Für die Taufe wird Wasser exorzisiert: Es wird gereinigt, von bösen Geistern befreit, geheiligt. Auch die Vorstellung, daß sich weißer Wein in rotes Blut Christi verwandelt, mußte von den Menschen im 3. und 4. Jahrhundert als ein mystisches Erlebnis aufgefaßt werden. Gerade weil Apologeten wie Justinus und Tertullian behaupteten, daß die Mysterienbräuche eine teuflische Nachäffung christlicher Riten seien, machten sie deutlich, wie nahe verwandt die geistigen-religiösen Strömungen der Zeit waren, die in mystischen Äußerlichkeiten mündeten. Heiden wie Christen bezichtigten sich, Riten und Gebräuche voneinander übernommen zu haben.

 

Dabei wird übersehen, daß Mysterienreligionen wie Christentum vielfach gemeinsame Wurzeln haben. Das Christentum stammt aus dem Judentum, das durch die Babylonische Gefangenschaft entscheidende Impulse erhielt. Es sind dieselbe Landschaft und dieselben Verhältnisse, die ihrerseits auch den Mithraskult geprägt haben. So brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich Riten und Weihen bei Heiden und Christen ähnlich vollzogen.

 

Eine deutliche Parallele finden wir zwischen der christlichen Taufe und den entsprechenden Initiationsriten der Mysterien. Tertullian, der sich z.B. über die geheimen Gebräuche des Mithraskultes recht genau orientiert zeigte und auch über die anderen Mysterienreligionen Bescheid wußte, stellte die zu seiner Zeit vollzogene christliche Taufe als eine recht einfache Handlung dar, im Gegensatz zum komplizierten und z.T. pompösen Ritual der Mysterien.

 

Aber nach und nach erweiterte sich der christliche Taufakt zu einem ganzen Komplex sakraler Riten, die in ihrer Bedeutung immer selbständiger wurden. So war es im griechischen Ritual im 4. Jahrhundert bereits üblich, daß der Priester dem Taufkandidaten den Gürtel löste, ihm die Kleider und Schuhe auszog, so daß dieser nur mit dem Untergewand bekleidet, ungegürtet, barhäuptig und ohne Schuhe mit Blick nach Osten hingestellt wurde. Dann sprach der Priester die Formel zur Beschwörung der Dämonen.

 

Wenn der Täufling in das Taufbecken stieg, durfte er keinerlei Schmuck an sich haben, und das Haar der Frauen mußte aufgelöst und durfte nicht zu einem Knoten zusammengenommen sein. Nach dem Kirchenlehrer Cyrill von Jerusalem (315 - 386) mußte der Taufkandidat beim Exorzismus das Haupt verhüllen: "Verhüllt ist dein Antlitz, damit hinfort deine Seele gesammelt sei, damit dein umherschweifender Blick nicht auch das Herz ausschweifend mache. Während dir aber die Augen verhüllt sind, hindert die Ohren nichts, das Heilswort zu vernehmen."

Das Verhüllen des Hauptes wie das Ablegen der Kleider und Schuhe findet sich aber auch bei den kultischen Reinigungen in den Mysterien. Es gibt Darstellungen, auf denen der Myste nackt in kniender Stellung oder leicht bekleidet sein Opfer darbringt. Vielfach ist es üblich, die Einweihung in einen Mysterienkult barfuß zu vollziehen. Ohne Schuhwerk erfolgen aber auch Prozessionen, z.B. Bittgänge des Mißwuchs, die davon den Namen Nudipedalia trugen. Die Sitte des Anblasens bei der Beschwörung wurde von christlichen wie heidnischen Exorzisten gleichermaßen ausgeübt.

 

Solche Gemeinsamkeiten mochten die Mysten bei den Christen besonders verhaßt gemacht haben, doch konnte das Christentum nicht auf magischen Riten verzichten, weil sie im Zeitverständnis der Menschen eine zu große Rolle spielten. In der Antike war es üblich, Götterstatuen oder heilige Steine zu salben. Firmicus Maternus berichtete von einer Salbung auch im Rahmen einer Mysterienfeier. Auch bei magischen Exorzismen wurde gesalbt.

In der alten Kirche herrschte keine Einigkeit, wie der Ritus der Salbung bei der eigentlichen Tauffeier zu erklären sei. Während das Wasser bei der Taufe die Sünden abwusch, sollte der Heilige Geist sich dem Täufling durch die Salbung mitteilen, besonders nach den im Orient vertretenen Auffassungen. Im Abendland war dagegen der Brauch des Handauflegens wichtig. Die Sitte, den Täufling vor der eigentliche Taufe zu ölen, muß es schon in frühester Zeit gegeben haben. Sie könnte in den damaligen Badegewohnheiten wurzeln, nach denen man sich nicht nur nach dem Bade mit Öl salbte, sondern auch schon zuvor.

 

Dem Speichel maß man in der Antike besondere reinigende Kräfte bei, weshalb dieser auch in verschiedenen Mysterienbräuchen in diesem Sinne verwendet wurde. Wenn der taufende christliche Priester Ohren und Nase des Täuflings mit Speichel berührte, kann dies seine Ursache in den alten heidnischen Bräuchen gehabt haben.

 

Im 4. Jahrhundert wurde es Sitte, den gesalbten Täufling in ein weißes Leinengewand zu kleiden. Während der Osterwoche wurde es dauernd getragen, bevor man es in einem feierlichen Akt wieder ablegte. Den reinen, weißen Gewändern wurden schon in Athen besondere Bedeutung beigemessen. Es wurde solange getragen, bis es unbrauchbar geworden war bzw. bis man es als Weihegabe im Tempel darbrachte. Auch der Mithrasgläubige, der in der Opfergrube sich mit Blut benetzen ließ, trug dieses Gewand weiter, um dadurch die Kraft des Weiheaktes aufrecht zu erhalten. Später symbolisierten andere Gewänder besondere zeitliche Hüllen. Wenn auch neutestamentliche Gedanken ausdrücken, daß bei der Taufe das Anziehen eines neuen Gewandes symbolisch für den Wandel zu einem neuen Menschen steht, finden sich doch gerade hinsichtlich der Kleidungsgebräuche Parallelen zu heidnischen Kulten und Religionen, die nicht zu übersehen sind. In den Mysterien wurden die Einzuweihenden bekränzt. Es fanden sich aber auch Stirnbinden, wie sie im Altertum von Priestern getragen wurden. Als Christmale diente die Kopfbinde zum Auffangen des Salböls, konnte aber auch einen besonderen Akt der Weihe ausdrücken. Dem Feuer wurde reinigende Kraft zugeschrieben, es war sakral das wichtigste Element: Fackeln symbolisierten das Feuer bei den Mysterienfeiern des Mithras wie bei den Isisprozessionen. Auch die christliche Kirche konnte nicht auf den Gebrauch von Fackeln bzw. in späterer Zeit auf brennende Kerzen verzichten, die bei Prozessionen in der Hand getragen wurden, wenn die Neugetauften in die Kirche und damit in die Gemeinde einzogen.

 

Man sollte meinen, daß die Gegnerschaft zwischen Mithrasten und Christen in den Zeiten von deren Verfolgung besonders deutlich sichtbar geworden wäre. Dafür gibt es jedoch keine Hinweise. Einmal mag dies daran liegen, daß es für Christen eine ausgemachte Sache war, in Mithrasbekennern ihre Feinde zu sehen, da sich diese ja voll mit dem heidnischen Staat identifizierten und den Kaiserkult billigten, wie andererseits sich die Kaiser auf die Gesinnungstreue der Mithrasten verließen. Die großen Verfolgungen unter Diocletian beweisen dies.

 

Gerade damals erlebte der Mithraismus seine Hochblüte, in einer Zeit also, in der es so schwer wie nie zuvor war, die nach Bevölkerung und Wirtschaftsstruktur unterschiedlichen Teile des Reiches zusammenzuhalten. Obwohl keine direkten Beweise dafür vorliegen, daß es eine Art mithrischen Papst gegeben haben könnte, muß man annehmen, daß Rom eine Art geistiges Oberzentrum war, von dem Direktiven ausgingen, welche die Politik des Kaisers förderten

bzw. die den Gemeinden ein Verhalten vorschrieben, das die integrierende Kraft des Glaubens an Mithras in den Dienst der kaiserlichen Sache stellte.

 

Die Mithrasten lebten in ihren lokalen Bruderschaften in engem und kameradschaftlichem Kontakt, was nicht nur bei militärischen Aktionen von Vorteil gewesen sein mußte, sondern brachte auch die Verbindung der Offiziere zu allen Bevölkerungsschichten und damit wahrscheinlich ein Vertrauensverhältnis zueinander zustande, das den Rahmen einer lockeren Kasino-Verbindung durchaus überstieg. Es war die durch heilige Eide bekräftige Kampfgemeinschaft für Mithras, die sich gegen dessen Feinde richtete und für seine Freunde wirksam werden mußte, also auch für den Kaiser, der Mithras verehrte. Der Kern des Offizierskorps war gut mithrisch gesinnt. Wenn es also lapidar heißt, die "Heiden" hätten die Christen verfolgt, haben wir darunter in erster Linie die Mithrasten zu verstehen, die aus Gründen der Staatsräson gegen die Christen waren, weil diese von ihnen zwangsläufig als Staatsfeinde angesehen werden mußten. Religiöse Gründe kommen für die Gegnerschaft wahrscheinlich weniger in Betracht, denn es ist bekannt, daß die Mysterienkulte einander keine Konkurrenz machten, und das Christentum ähnelte ihnen in mehr als einer Hinsicht. Allerdings ist nicht vorstellbar, daß ein Christ sich auch hätte zu Mithras bekennen können. Das christliche Glaubensbekenntnis schloß dies völlig aus. So lag das Unvermögen, sich einer anderen Religionsgemeinschaft zu eröffnen, auf Seiten der Christen, was es ihnen erschwerte, gegen andere Glaubensbekenntnisse tolerant zu sein. Bei einer solchen Beurteilung müssen wir uns davor hüten, von modernen Verhaltensweisen auszugehen.

 

<ZITAT ENDE>

 

Das Mithrasbuch ist vergriffen.

 

Einzelne Exemplare können in Antiquariaten oder beim AURUM-Verlag bezogen werden.

.

 

 

 „Ob man es nun wahr­haben will oder nicht:

 

ein jeder, der den am Kreuz gestorbenen Jesus von Nazareth ver­ehrt, verehrt gleich­zeitig den fernen, heute weithin unbe­kannten Gott Mithras“.

Das klingt nach starkem To­bak, zumal im gerade ausklingenden Jubiläumsjahr des Kölner Doms. Wer ist Mithras? Was hat er mit dem Dom zu tun?

Mithras sei im Dom zu Hause, behauptet der in Dresden le­bende Buchautor Ralf Günther

mit der Unbefangenheit des Außenseiters, und er sei im Dom dergestalt präsent, daß die

Katholische Kirche damit ein Problem habe.

,,Der Dom“, schreibt Günther, ,,wurde als Stätte für viele Göt­ter. Geister und Heilige gebaut. nicht bloß für einen. Jede Zeit hat ihre eigenen Götter und der eine, christliche Gott spielte nie­mals die allmäch­tige Rolle, die die Kirchväter für ihn einfordern.“

Der Germanist und Historiker Günther (31) hatte von dem kleinen Kölner Emons-Verlag den Auftrag bekommen, ein weiteres unter den vielen Büchlein zum 750. Jahrestag des Dom-Neubaus zu verfassen. ,,Doch dann“, sagt Verleger Emons, ,,haben sich die Dinge verselbständigt“.

Günther recherchierte mit gebo­tener Sorgfalt und stieß auf eine Geschichte, wie sie schon an etli­chen Kirchen beschrieben wur­de, nie aber an einem solch pro­minenten Objekt wie dem goti­schen Wunderwerk zu Köln und nie mit solcher Schlüssigkeit:

Im Dom wimmelt es, teils au­genfällig für jedermann, teils im verborgenen, von Waldschraten und Zwillingswesen, von Götzen und Dämonen jeglicher Gefah­renstufe, von Greifen und Dra­chen, von zahlreichen vor- und unchristlichen Elementen also. die man gemeinhin dem Heiden­tum zurechnen müßte. Ob draußen an Fassaden und Fen­stern, ob drinnen an Kapitellen oder im Hochchor, überall im heiligen Hause tun sich Panoptiken des Geisterglaubens auf.

Und zwischendrin haust Mithras, der verfemte Gott, einst uneingeschränk­ter Herr über den Domhügel.

Doch 300 Jahre nach Chri­stus sorgte die Kirchen- und Welt-Politik dafür, daß sich die Ge­wichte zugun­sten der Chri­stenheit ver­schoben, und der Kulthügel den Besitzer wechselte. Bis dahin hatten die Christen ein zu­rückhaltendes Gemeindeleben in Gebäuden am Kölner Hafen geführt. Aber mit dem sogenann­ten Toleranzedikt Kaiser Kon­stantins im Jahr 311 stieg das Christentum zur Reichsreligion auf, wohingegen der damals weit verbreitete Mithras-Kult allenfalls noch der Form nach geduldet, in Wahrheit aber massiv unterdrückt wurde.

66 Jahre nach dem Edikt zer­störten christliche Fanatiker sämt­liche Mithras-Heiligtümer in Rom. In Köln wurde, was gewiß nicht ohne Widerstand abging, der Domhügel, die seit unvordenkli­chen Zeiten religiös genutzte Er­hebung über dem Rhein, in eine christliche Kultstätte verwandelt.

Doch die alten Naturgeister und Dämonen ließen sich ebensowe­nig wie der aus dem Persischen stammende Sonnen- und Soldatengott Mithras aus dem Bewußtsein der Menschen bannen.

Als die alte karolingische Bischofskirche, der Vorgänger des heutigen Doms, im Jahr 1248 dem Neubau abschnittsweise weichen sollte (so was erledigte man seinerzeit durch gezielte Brandlegung) mußten Vorsichtsmaßregeln getroffen werden:

 

 

,,Zum Zweck der kontrollierten Niederlegung von Teilen des alten Doms“, schreibt Ralf  Günther, ,,hatte man den 30. April gewählt, den Tag vor  der Walpurgisnacht. Der 30. April

ist außerdem der Feiertag des Heiligen Quirinus, eines Nothelfers in gefährlichen Lebenslagen ...“

Das half alles nicht. Wind kam auf, und das Feuer brannte die Kirche zur Gänze nieder. Im Bewußtsein von Geistlichkeit und Volk, und das ist das Entscheidende, hatten quickleben­dige Mächte aus vorchristlicher Vergangenheit gewaltet, die sich für die christliche Beset­zung ihres Kultortes rächten.

Zeitzeugen wie Meginhard, Verfasser der ,,Fuldaer Anna­len“ und Anselm von Lüttich schildern das ,,Wehklagen der Geister und Dämonen“ schon am Vorabend des Brandes.

Den Kölner Kirchenherren muß das dermaßen zu Gemüt gegangen sein, daß sie inmitten des entstehenden neuen Doms vorsichtshalber auch den alten teilweise wieder aufbauten, um das Terrain nur ja nicht den um­herwesenden fremden Gotthei­ten zu überlassen.

Und sie taten ein übriges: Sie fügten Geister, Fabelwesen und Anspielungen auf Mithras mit Fleiß und Bedacht in beiden Kirchen ein.

Aus verschiedensten Gründen mag das geschehen sein:

Sie wollten offensichtlich Frieden haben mit den ungerufenen Geistern der Vergangenheit. Sie wollten einen versöhnli­chen Kurs einschlagen gegenüber den alten Traditionen. die nach einem Jahrtausend Chri­stenheit ungebrochen schienen und neuerdings wieder gefährli­che Popularität erlangten. Offensichtlich dachten sie auch  daran, den Volksglauben stärker als bisher in den christlichen Glauben zu integrieren.

So wurde das Fest der Geburt Christi vom Dreikönigstag auf den beliebteren Mithras- ­und Sonnenwendtag am 25. Dezember vor­verlegt. Immer mehr Geistliche und auch Mönche und Nonnen wie Hildegard von Bingen gaben vor, Gott tatsachlich gesehen oder erfahren zu haben. Sie reagierten damit auf die Not bzw. den spirituellen Bedarf  des spätmittelalterlichen Menschen, der sich bei Blitzschlag. Pest oder Hochwasser vom angeb­lich allmächtigen, aber doch wenig greifbaren Christengott verlassen fühlte und sich in einem für die damaligen Kirchenfürsten  be­denklichem Maße Kräuterhexen und Druiden zuwandte. Durch Erscheinungen und die fe­tischartige Verehrung von Reli­quien sollte Gottes Gegenwart handfest demonstriert werden.

Das bedeutete aber auch, daß sich die Katholische Kirche von der reinen Lehre des einen christlichen Gottes zusehends entfernte, eine Lehre, für die Missionare gekämpft hatten und Märtyrer gestorben waren. Die Erneuerung dieser Lehren sollte später zu einer der wesentlichen Triebfedern des Protestantismus werden.

Die Katholische Kirche hat Bücher wie das von Ralf Günther zu allen Zeiten wie Schuppen vom Kardinalsmantel gewischt. Doch als sich die Köl­ner Flughafen GmbH den Autor als Führer für eine Dombesichti­gung erbat, beschied der sonst eigentlich sehr sympathische, in und um Köln sehr beliebte Dom­propst indigniert: Günther sei si­cher nicht der richtige für eine solche Aufgabe.     

Das Buch Die Geheimnisse des Kölner Doms verrät also, was „Götzen“ im Gotteshaus zu suchen haben

(Quelle PRISMA 53/98)

 

 

 

Wenn wir uns heute auf den Sternenstraßen der Vorzeit bewegen, finden wir Stätten und Gebäude des MATRONEN- UND MITHRAS-KULTS IM RÖMISCH-GERMANISCHEN NIEDERRHEINISCHEN KULTKONTAKTBEREICH, U. A. IN KÖLN UND IN DER EIFEL

 

Der Kult der Mithras-Mysterien entwickelte sich aus den Wur­zeln alter persischer Religionsformen, wurde dann aber inhaltlich sehr stark durch Gedanken der griechischen Weltanschau­ung geprägt. Diese Prägung ging so weit, daß der durch Grie­chen und Römer in das römische Weltreich eingebrachte Kult der Mithras-Mysterien hier zu einer neuen Religion geformt worden ist. Der Name Mithra entstammt dem persischen und bedeutet »Vertrag«, im altindischen bedeutet mitra »Freund«.

Der Gott Mithra bestimmte die Entwicklung der Gesellschaft in Form vertragsartiger oder freundschaftlicher Beziehungen zwischen den einzelnen Gruppen der Gesellschaft. Diese Art der Religion kam durch ihre Grundstruktur der Funktionalität der römischen Gesellschaft entgegen. Der römische Kaiserkult ent­sprach in vielen entscheidenden Einzelheiten diesen durch den Gott Mithra vorgegebenen »Vertrags«-Richtwerten.

Die Mysterien des Mithra waren eine Sternenreligion. Die sie­ben Weihegrade der  Mysterien entsprachen den sieben Wandelgestirnen des geozentrischen Weltsystems. Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Sonne und Mond umkreisen im geozentrischen Weltsystem als Planeten die Erde, die sich im Mittelpunkt des Universums befindet. Dem Tierkreis wird ebenfalls ein beson.­derer Raum eingeräumt. In der zentralen Darstellung des Stieropfers ist die symbolische Erschaffung der Welt durch Mithras enthalten. Die Feier der Mysterien wurde in Höhlen oder dunk­len Räumen begangen.

Weiterhin gehörte zu dem Kreis des Verehrungswürdigen auch die dreiköpfige Hekate, die in den Mithras-Mysterien als ein‘ Bild für die Weltseele verehrt wurde. Hekate, eine griechische Gottheit, wurde von Zeus hochgeehrt, der ihr die Kraft verlieh. dem Himmel, der Erde und dem Meer Segen zu spenden. Dar­gestellt wurde sie mit drei sich am Rücken berührenden Leibern oder mit einem Leib mit drei Köpfen. In der Göttin Hekate, eine Triasform, finden sich Parallelen zu dem indogermanischen Drei-Frauen-Kult. Diese Verwandschaft oder Ahnlichkeit schaff­te die entsprechende Voraussetzung für die römisch-germa~­nischen Mischkult-Religionsformen im Ubierland, im Raume Köln/Bonn.

Die maßgeblichen Träger dieses griechisch/römisch modifi­zierten persischen Mithras-Kultes waren Persönlichkeiten aus‘ der römischen Gesellschaft, aus der römischen Verwaltung un4 Offiziere des römischen Heeres.

Das römische Reich wurde seinerseits aber auch zum Ausbreitungsträger für eine andere neue Religion, nämlich für das frühe Christentum. Die Römer betrieben zwar keine Missiolile­rung für das Christentum, aber die römischen Soldaten und die Verwaltung gelangten in einen offiziellen und somit auch per­sönlichen Kontakt mit dem angetroffenen Christentum, nahmen die neuen, aber auch teilweise sehr verwandten Bilder dieser religiösen Thesen auf und wurden dadurch manchmal sogar aktive Anhänger.

Als Beweis hierfür mag die bereits um 64 n. Chr. in Rom unter Kaiser Nero durchgeführte erste große Verfolgung der Christen gelten. In allen Ständen der römischen Gesellschaft fand diese neue Religion, das Christentum, trotz der Konflikte mit den staatsschützenden, offiziellen

 

Gottheiten -  hierzu zähl­te auch der Mithras-Kult -   Eingang und eine starke unter­schwellige Verbreitung. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch eine Vielzahl von sich verzahnenden Ähnlichkeiten zwischen dem jungen Christentum und den althergebrachten Kulten. Vor diesem Hintergrund kann als sicher angenommen werden, daß römische Soldaten und Verwaltungsbeamte aller Chargen ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. religiöse und kultische Inhalte des Christentums auch in die bedeutendste römische Ansiedlung im römischen Nordeuropa, in die Colonia Agrippi­nensis, das heutige Köln, einbrachten.

Aus dieser Zeitphase des sich mehr oder minder im Un­tergrund ausbreitenden frühen Christentums ist bekannt, daß der Fisch als christliches Symbol eine Art geheimes Er­kennungszeichen für die verfolgten Christen untereinander darstellte.

Aus all diesen sich tolerierenden und ergänzenden religiösen Kontakten entwickelte sich in dem Ubierland um Köln in der Folgezeit ein religiöser und kultischer Schmelztiegel, aus dem sich, gefördert durch die religiöse/kultische Grundtoleranz des römischen Reiches, die vielfältigsten und sich gegenseitig reli­giös / kultisch durchdringenden Mischformen göttlicher Vereh­rungen entwickeln konnten.

So weist zum Beispiel ein in Köln gefundener Weihestein aus dem Jahre 164 n. Chr. folgende Inschrift auf:

»Den Aufanischen Matronen [s. GLV, 5. 72] hat der Quaestor in Köln Quintus Vettius Severus das Gelübde gern und gebührend erfüllt, im Konsulat der Macrinus und Celsus.«

Zwangsläufig gilt diese umfassende religiöse/kultische Durchdringung mit den Ergebnissen entsprechender substituierender Kultformen auch für die Inhalte und Darstellungen der nach­stehenden Kultbegriffe wie:

  • die Trias der Drei Frauen beziehungsweise Drei Matronen (Ubier),
  • drei Fische im Tierkreis und Drei Frauen (Mithras),
  • zwei Fische und ein Fisch (Christentum),
  • die Trinität (Christentum).

 

Hieraus leitet sich im Kölner Raum auch eine spezifische ikono­graphische Transformation der Darstellung des klassischen Symbols für das Tierkreiszeichen der Fische, normalerweise mittels zweier Fische dargestellt, in die bislang ungebräuchliche ikonographische Form der Darstellung durch drei Fische in dem Kölner Mithraeum ab.

Die drei indogermanischen Frauen-Gottheiten finden sich in den drei römisch-germanischen Matronen wieder und setzten sich einzigartig um in die originelle Gleichsetzung Drei Matro­nen = drei Fische:

Im mithraeischen Tierkreis, dem Bodenmosaik der römischen Mithras-Kultbasis in Köln, der Baubasis für die christliche Basi­lika St. Gereon in Köln, finden sich also erstmalig die drei Fische als Tierkreissymbol (s. GLV, 5. 153, 154).

Die Anfänge des frühchristlichen Kirchenbauwerkes St. Gere­on mit dem imposanten römischen Zentralbau werden auf das 4. Jahrhundert datiert.

Da ebenfalls im Kult des Mithras eine göttliche Trinität im Raume Köln aufgefunden wurde, nämlich Mithras mit seinen Begleitern Cautes und Cautopares, ergeben sich ebenfalls Bezü­ge zu einer Trias.

Daß der ubische Drei-Frauen- oder der Drei-Matronen-Kult Eingang in den Kultbereich der Mithraeen gefunden hatte, beweist auch der Mithras-Altar von Osterburken. ln der linken Seitenleiste des Altars von Osterburken befindet sich nämlich eine Einfügung von Drei Frauen oder Drei Göttinnen. Diese Drei Göttinnen tragen wie üblich Gegenstände: die linke hält in der Hand eine Rolle (Webspindel?), die mittlere eine Waage und die rechte einen nicht mehr erkennbaren Gegenstand.

Die nur in Wormbach anzutreffende außergewöhnliche Ikono­graphie des Tierkreiszeichens der Fische durch drei Fische

(s. GLV, 5. 110) habe ich aus der historisch gesicherten, von Köln ausgegangenen Christianisierung und der damit verkop­pelten Informationsübertragung aus dem Kölner Raum in den westfälischen Raum und damit auch in den Raum Wormbach hergeleitet. In der Krypta der Basilika St. Gereon in Köln befin­den sich noch die erhaltenen Reste eines römischen Boden­mosaiks, das ebenfalls die lkonographie des Tierkreiszeichens der Fische durch drei Fische darstellt (s. GLV, 5. 152).

Die Basilika St. Gereon gründet auf einer römischen Tempelanlage, einem Mithraeum, und zugehörigem Gräherfeld (s. GLV, 5. 153). Die von den Römern ausgeübte Kultpraxis, die im Verlauf ihrer Eroherungen angetroffenen Kultformen der unter­worfenen Völker nicht auszulöschen, sondern modifiziert zu übernehmen, hat im Raume Köln/Bonn einen besonderen Nie­derschlag gefunden.

Der indogermanische Drei-Frauen-Kult oder der Drei-Matro­nen-Kult im römisch-ubischen Kultkontaktbereich Köln/Bonn wurde um 39 v. Chr. von den Ubiern aus Germanien im Verlauf ihrer Umsiedlung durch Agrippa in diesen Raum eingebracht. Mit dem Vordringen der römischen Heere nach Nordeuropa läßt sich ebenfalls der uralte persische Mithras-Kult im Raum der römischen Rheinlande, sich ausweitend bis nach Britannien, nachweisen.



NOCH ETWAS:

 

HIN UND WIEDER  veranstalte ich einen Pendelspaziergang zu den FRAUENSTEINEN in DÜSSELDORF. Interessenten/innen bitte melden!

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